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DIW-Studie: "Soziale Ungleichheiten beim Schulstart. Empirische Untersuchungen zur Bedeutung der sozialen Herkunft und des Kindergartenbesuchs auf den Zeitpunkt der Einschulung."15.09.08 - Laut einer aktuellen Studie „Soziale Ungleichheiten beim Schulstart. Empirische Untersuchung zur Bedeutung der sozialen Herkunft und des Kindergartenbesuchs auf den Zeitpunkt der Einschulung“ des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin haben Kinder, die einen Kindergarten besucht haben, bessere Startchancen in der Schule. Sie werden seltener vom Schulbesuch zurückgestellt, als Kinder, die nicht oder nur ein Jahr vor Schulbeginn einen Kindergarten besucht haben. Besonders Kinder aus sozial benachteiligten Familien profitieren von einem Kindergartenbesuch. Die beiden Autoren Jens Kratzmann und Thorsten Schneider untersuchten in ihrer Studie , welche Kinder bei den Schuleingangsuntersuchungen aufgrund von Entwicklungsdefiziten nicht regulär eingeschult wurden konnten. Vor Schuleintritt werden alle Kinder eines Jahrgangs hinsichtlich ihrer sprachlichen und motorischen Fähigkeiten im Hinblick auf den Schuleintritt in standardisierten Verfahren getestet. Die Studie beruht auf Daten des sozio-ökonomischen Panels, die vom DIW Berlin zusammen mit Infratest Sozialforschung erhoben wurden. Demnach „wird jedes zweite Kind vom Schulbesuch zurückgestellt, wenn die Eltern keinen formalen Bildungsabschluss haben.“ Bei Kindern aus Akademikerhaushalten beträgt die Wahrscheinlichkeit einer Rückstellung nur noch acht Prozent. Besuchen Kinder aus bildungsfernen Schichten oder mit Migrationshintergrund jedoch bereits mit drei Jahren einen Kindergarten, so minimiert sich die Wahrscheinlichkeit einer Rückstellung von 42 auf 5 Prozentpunkte.
Zweiter nationaler Bildungsbericht - "Bildung in Deutschland 2008"15.09.08 - Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) ist am 12.06.2008 der zweite nationale Bildungsbericht veröffentlicht worden. Er zeigt den Stand des gesamten institutionellen Gefüges des Bildungswesens von der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung über das allgemeinbildende Schulwesen, die berufliche Ausbildung und die Hochschulbeildung bis hin zur Weiterbildung im Erwachsenenalter. Ein Schwerpunkt in diesem Bericht bildet die Analyse zu „Übergängen“ von der Schule in die berufliche Ausbildung oder Studium und von dort aus in den Arbeitsmarkt.
Lebenslagen in Deutschland - Der 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung14.07.08 - Seit dem 19. Mai 2008 ist nun der 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung mit dem Titel: „Lebenslagen in Deutschland“ als Entwurf veröffentlicht. Er zeigt deutlich, dass die soziale Schere in Deutschland weiter auseinander klafft. Insgesamt sind rund 17,3% aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland von Armut betroffen (Quelle: Prognos-Studie für das Bundesfamilienministerium).
UNICEF-Studie zum Wohlbefinden von Kindern in OECD-Ländern 200714.07.08 - Bei einer Unicef-Vergleichsstudie von 2007 zur Situation von Kindern in 21. Industrieländern belegte Deutschland mit dem 11. Platz nur einen mittelmäßigen Rang. Die Studie untersuchte die kindlichen Lebenswelten in 6 verschiedenen Dimensionen: materielle Situation, Bildung, Gesundheit, Beziehung zu Eltern und Gleichaltrigen, Lebensweise und Risiken sowie eigene Einschätzungen der Kinder und Jugendlichen. Die Studie kam dabei für Deutschland zu einem ernüchternden Ergebnis: Deutschland schafft es nur mittelmäßig für seine Kinder verlässliche Lebenswelten zu schaffen und setzt damit „die eigene Zukunftsfähigkeit aufs Spiel“.
"Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme 2008" der Bertelsmann Stiftung07.07.08 - Erstmals wurde in Deutschland das System der frühkindlichen Bildung und Betreuung in allen 16 Bundesländern unter die Lupe genommen. Die Frühkindlichen Bildungssysteme der Bundesländer wurden im Hinblick auf "Teilhabe", "Investitionen" und "Qualität der Bildung" untersucht.
Übergewichtige Kinder - Im Vorschulalter hinken vor allem die Jungen in ihrer Entwicklung hinterher07.07.08 - Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin. In der Untersuchung haben C. Katharina Spieß und John Cawley nach einem Zusammenhang von Fettleibigkeit und Entwicklungsverläufen erstmalig bei Kindern zwischen zwei bis vier Jahren geforscht. Untersucht wurde der Einfluss von Übergewicht bei Kleinkindern in Hinsicht auf vier Entwicklungskriterien: Ausdrucksfähigkeit, Fähigkeit zum Ausführen alltäglicher Tätigkeiten sowie motorische und soziale Fähigkeiten. Danach beeinflusst Fettleibigkeit insbesondere bei Jungen die sprachliche und soziale Entwicklung sowie die Entwicklung der Alltagsfertigkeiten negativ. Gerade im Hinblick auf die im Durchschnitt schlechteren Chancen auf dem Arbeitsmarkt, zeigt die Studie, dass Rückstände nicht erst bei übergewichtigen Kindern im Grundschulalter deutlich werden, sondern bereits wesentlich früher. Im Zuge von Kita vital, peb und anderen gesundheitsfördernden Angeboten für Kinder in Kitas und Horten unterstreichen die Ergebnisse des DIW die große präventive Bedeutung dieser Projekte.
Sachsen-Anhalt legt 2. Armuts- und Reichtumsbericht vorRund 14 bis knapp 20 Prozent der Bevölkerung in Sachsen-Anhalt sind von materieller Armut betroffen. Zu dieser Einschätzung gelangt der 2. Armuts- und Reichtumsbericht des Landes Sachsen-Anhalt, den am Freitag Sozialstaatssekretärin Prof. Dr. Christiane Dienel sowie die Vorsitzende der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege, Dr. Gabriele Girke, in Magdeburg vorstellten. Der rund 200 Seiten starke Bericht wurde mit dem Statistischen Landesamt und in Kooperation mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg erarbeitet. 2. Armuts- und Reichtumsbericht der BundesregierungImmer mehr Menschen in Deutschland und vor allem Kinder sind von Armut betroffen. Bildungsarmut bei Kindern ist eine Folgeerscheinung von finanzieller und materieller Armut der Eltern. Der 2. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung von 2005 legt hierzu Daten und Fakten offen, die zum Nachdenken anregen und die langfristig wirkenden Benachteiligungen für Kindern in die öffentliche Diskussion bringen sollen. Die Auswirkungen von Bildungsarmut hinterlassen auch in unserer Gesellschaft ihre Spuren.
Studie zum Volkswirtschaftlichen Nutzen von frühkindlicher BildungIm Auftrag der Bertelsmann Stiftung wurde die Studie "Volkswirtschaftlicher Nutzen von frühkindlicher Bildung in Deutschland" erstellt, die den Einfluss der Besuch frühkindlicher Bildungs- und Betreuungsangebote von unter Dreijährigen auf den späteren Schulbesuch und längerfristig auf die zu erwartenden Lebenseinkommen beschreibt. Erforscht wurden die Geburtsjahrgänge 1990 bis 1995 von in Deutschland geborenen Kindern. WORLD VISION Deutschland e.V.: „Kinder in Deutschland 2007“- 1. WORLD VISION KinderstudieAm 01.11.2007 erschien die 1. WORLD VISION Kinderstudie mit dem Titel „Kinder in Deutschland 2007“ im Fischer-Taschenbuch-Verlag. Fast 1.600 Kinder im Alter bis 11 Jahren wurden hierfür zu ihrem Freizeitverhalten, ihren Zukunftsperspektiven oder ihrer Einschätzung zu Familie, Kindergarten, Schule und Freundeskreis befragt. Für die Durchführung der Studie wurden Wissenschaftler der Universität Bielefeld wie Prof. Dr. K. Hurrelmann und Prof. Dr. S. Andresen und U. Schneekloth vom Forschungsinstitut TNS Infratest Sozialforschung in München beauftragt.
Familienstudie zur Familien- und HausarbeitDie neue und repräsentative Vorwerk-Familienstudie 2007 belegt, dass Familien- und Hausarbeit sozial noch immer gering geschätzt wird, besonders von Männern. Gewandelt hat sich jedoch das Bild von der „Rabenmutter“, die ihre Kinder in der Krippe betreuen lässt. Zudem setzt sich der Begriff „Familien-Managerin“ mehr und mehr durch. „Moderne Väter“ beteiligen sich stärker an der Familienarbeit, doch liegt die Hauptlast der Erziehung und Kinderbetreuung noch immer bei den Frauen. Diese und mehr Ergebnisse liefert die 3. Vorwerk-Familienstudie, die in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach 1.810 Personen zu Aspekten des Familienlebens und der Familienarbeit befragte.
Monitor Familienforschung – kinderreiche Familien in DeutschlandFamilien in Deutschland sind vergleichsweise kinderarm - insgesamt leben nur 13% der westdeutschen und 6% der ostdeutschen Familien mit mehr als zwei Kindern im Haushalt. Eine repräsentative Befragung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung nach dem Kinderwunsch der Deutschen belegt die Zahlen. So wünschen sich zwar 80% der Befragten zwischen 20 und 39 Jahren Kinder, in den meisten Fällen jedoch nur zwei. Deutlich seltener als bei den europäischen Nachbarn wird eine Familie mit drei oder mehr Kindern als Lebensmodell gewünscht.
Die Ursachen dafür werden unter anderem auch in der nicht ausreichend ausgebauten Kinderbetreuungsstruktur oder auch in der schwierigen Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Deutschland gesehen. "Familien, die Kinder erziehen, legen die Grundlage für unsere Gesellschaft. Sie benötigen für ein gelingendes Familienleben eine quantitativ und qualitativ gute Infrastruktur, Zeit und Geld" (BMFSFJ Monitor Familienforschung, Ausg. Nr. 10). Hier müssen familienpolitische Maßnahmen ansetzen, die Familien in Deutschland mehr dazu ermutigen, auch kinderreiche Familienmodelle umzusetzen. Mit dem qualitativen und quantitativen Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen in Deutschland bis zum Jahr 2013 ist ein erster Schritt in diese Richtung bereits unternommen.
Bildung ist MenschenrechtProf. Dr. Vernor Munoz Villalobos UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Bildung erläuterte nach einem zehntägigen Deutschland-Besuch seine Sichtweise auf die Situation in Deutschland zum Thema Recht auf Bildung. In seinem Bericht an den UN-Ausschuss für Menschenrechte werden die Entwicklungen in Deutschland nicht nur unter dem Aspekt des Zugangs von Schule thematisiert. Vielmehr geht es um Fragen des Inhalts und der Qualität von Bildung. Munoz selbst sieht sich in der Funktion eines Spiegels, der als kritischer Betrachter der Realität zum Dialog über Bildung anregen will. Die Eindrücke des UN-Sonderberichterstatters münden in Empfehlungen wie
Munoz Ergebnisse seiner Reise durch die Bildungslandschaft Deutschland wurden quer durch alle Bereiche heftigst und kontrovers diskutiert. Dazu gehört selbstverständlich die Auseinandersetzung, mit welchen Kosten der Weg zu mehr Bildungsgerechtigkeit verbunden ist. In einem Interview mit der Zeit äußert sich der Erziehungswissenschaftler Dieter Lenzen. Der Aktionsrat Bildung, initiiert vom Verband der deutschen Wirtschaft, veröffentlichte zum Brennpunktthema „Bildungsgerechtigkeit“ in seinem ersten Jahresgutachten 2007 Empfehlungen hinsichtlich einer Umstellung des bisher drei- auf ein zweigliedriges Schulsystem. Ausgehend von den Empfehlungen des Aktionsrates Bildung hat das ifo-Institut für Wirtschaftsforschung eine Studie vorgelegt, die nachweist, dass Bundesländer mit späterer und geringerer Selektion der Schüler deutlich höhere Chancengleichheit erreichen und dass die Leistungen darunter nicht leiden. Unterschiede, die bereits durch eine Verlängerung der Grundschule um zwei Jahre bewirkt werden, bringt ein Bundesland vom 40. auf den 10. Platz im internationalen Schulranking. Es wird vehement ein Mentalitätswandel eingefordert - hin zu einer Haltung gegenüber Kindern, die Potenziale statt Defizite betont, Schulen, die von Anschlüssen statt notwendigen Abschlüssen sprechen. Schulen, die autonom entscheiden können, damit eine demokratische Schulkultur entstehen kann, in der das Lernen von allen Beteiligten als Vorfreude auf sich selbst begriffen wird. Einen solchen Wandel gibt es, vereinzelt zwar, aber von manchen schon als Sog der Veränderung, der aus den Schulen selbst kommt, beschrieben. Die fünf Schulen, die Ende vergangenen Jahres den Deutschen Schulpreis erhielten sind z.B. beste Beispiele, wie solch ein Weg des Wandels aussehen kann. Für Kindertageseinrichtungen mit ihrem Verständnis von Kita als Ort frühkindlicher (Selbst-) Bildung gehört es inzwischen in allen Bildungsplänen und –programmen der Bundesländer zur Selbstverständlichkeit das Individuum, jedes Mädchen und jeden Jungen in den Mittelpunkt von Bildungsprozessen rücken. Weitere Links zu dieser Thematik:
Weitere Studien
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