| Armutsatlas 2009 |
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| Dienstag, 02. Juni 2009 um 14:54 Uhr | |||||||||||
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Am 18. Mai 2009 stellten der Paritätische Gesamtverband und das Statistische Bundesamt die Ergebnisse des neuen Armutsatlas für die Regionen Deutschlands vor. Im Durchschnitt lag die Armutsquote in den neuen Bundesländern einschließlich Berlin im Jahr 2007 bei 19,5%, in Westdeutschland bei 12, 9%. Im gesamtdeutschen Bundesdurchschnitt lebten demzufolge 2007 14,3% der Bevölkerung bei bzw. unter der Armutsquote, d.h. ihnen standen monatlich weniger als 60% des mittleren Einkommens zur Verfügung. Am stärksten von Armut betroffen sind Arbeitslose sowie Alleinerziehende und deren Kinder. Die Zahlen, beruhend auf dem Mikrozensus 2007, weisen dabei das typische Ost-West-Gefälle auf. Alle ostdeutschen Bundesländer liegen deutlich über den Armutsquoten der alten Bundesländer, mit Ausnahme Bremens mit einer Armutsquote von 19,1%. Mecklenburg-Vorpommern hat mit einer Armutsquote von 24,5% die Spitzenstellung eingenommen; Baden-Württemberg weist mit 10,0 Prozentpunkten die niedrigste Armutsquote unter allen Bundesländern auf.Mit einem Anteil von 21,5% armer Menschen an der Bevölkerung belegt Sachsen-Anhalt den zweithöchsten Prozentsatz. Die hier untersuchten Raumordnungsregionen weisen dabei ebenfalls regionale Unterschiede auf. So betragen die Armutsquoten in der Altmark 19,3%, in der Region Magdeburg 20,7% und in der Region Dessau 21,7%. Der höchste Armenanteil ist in der Region Halle (Halle, Mansfeld-Südharz, Saalekreis, Burgenland) zu finden. Hier leben 22,9% der Bevölkerung unter der Armutsschwelle. Die Staatssekretärin des Sozialministeriums Sachsen-Anhalt Frau Christiane Dienel sieht in den Daten eine Bestätigung der eigenen regelmäßigen Armutsberichte. Als Ursache führt sie die „Strukturschwäche der Wirtschaft und den Mangel vor allem an besser bezahlten Arbeitsplätzen“ auf. Auch die massive Abwanderung aus dem Land von 261.000 Menschen während der Jahre 1991 bis 2006 wird als Ursache für den hohen Armenanteil gesehen. Frau Dienel hob die frühkindliche Bildung in den Kindertagesstätten in diesem Zusammenhang als zentrales Thema hervor. Sie erklärte, dass auch die neu eingeführten Sprachstandsfeststellungsverfahren dazu dienen sollen, gleiche Voraussetzungen für alle Kinder zum Schuleintritt und so eine spätere Integration in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft zu gewährleisten. Damit will Sachsen-Anhalt längerfristig dem Armutsrisiko begegnen. „Der Paritätische Gesamtverband schließt aus der Erhebung, dass Deutschland «sozial zerrissen» ist. Von einheitlichen Lebensverhältnissen könne keine Rede sein.“
Den vollständigen Armutsatlas finden Sie unter:
Armutsatlas für Sachsen-Anhalt als pdf downloaden:
weitere Medienberichte zum Thema:
MZ-web (18.05.2009): „Zwei Drittel aller Erwerbslosen droht Armut“ http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/shortcut/armut
MZ-web (19.05.2009): „Die Zahlen überraschen uns nicht“ http://archiv.mz-web.de/pasmz/articleShow.do?id=HC-05-19-2009-08200064A649
MZ-web (19.05.2009): „Abwanderung und fehlende Jobs“ http://archiv.mz-web.de/pasmz/articleShow.do?id=HC-05-19-2009-08200064A3E8
MZ-web (19.05.2009): „Der Osten ist arm dran“ http://archiv.mz-web.de/pasmz/articleShow.do?id=HC-05-19-2009-08200064A3EF
MZ-web (19.05.2009): „Unser aller Ratlosigkeit“ http://archiv.mz-web.de/pasmz/articleShow.do?id=HC-05-19-2009-08200064A04E
Süddeutsche (18.05.09): „Deutschland tief zerrissen“ http://www.sueddeutsche.de/politik/369/468930/text/
Zeit (20.05.09): „Zerrissenes Deutschland“ http://www.zeit.de/online/2009/21/armut-deutschland-studie
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Download Armutsatlas Sachsen-Anhalt 2009