interner Bereich

Einloggen
Home Studien "Aktiver Kinderschutz - Entwicklung und Perspektiven"
"Aktiver Kinderschutz - Entwicklung und Perspektiven" Drucken E-Mail
Freitag, 11. September 2009 um 11:43 Uhr

Thema Kinderschutz in Deutschland - was ist bereits geschehen; wie sehen die Perspektiven bezüglich eines aktiven Kinderschutzes in Deutschland aus?
Dazu hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend am 2. September 2009 den Bericht „Aktiver Kinderschutz – Entwicklung und Perspektiven“ vorgelegt, indem darauf eingegangen wird.

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen betonte die bereits umgesetzten Maßnahmen für mehr Schutz für Kinder vor Verwahrlosung, sexuellem Missbrauch und Ausbeutung. Dazu zählen:
* das Aktionsprogramm „Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme“
* das Nationale Zentrum Frühe Hilfen
* Inkrafttreten des Kinderförderungsgesetzes
* Kinderpornografiebekämpfungsgesetz
* der Nationale „Aktionsplan der Bundesregierung zum Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt und Ausbeutung“ wird weiter entwickelt
* neue gesetzliche Grundlagen für Familiengerichte
* ein Paket rund um die Vorsorgeuntersuchungen (zusätzliche U 7a, Früherkennungsuntersuchungen mit verbindlichem Einlade- und Meldewesen in   fast allen Bundesländern)

Der Bericht enthält zudem Daten und Fakten zu Inobhutnahmen von Kindern und Jugendlichen durch die Jugendämter und familiengerichtliche Maßnahmen. Danach sind die Fälle von 2007 zu 2008 gestiegen, wie folgende Tabelle darlegt.  

 

2007

2008

Inobhutnahmen

28.200  (8,4%)

32.300  (14,4%)

Sorgerechtsentzüge

10.800  (13%)

12.250  (8%)

Anträge des Jugendamtes

12.752  (18,5%)

14.906  (17%

(In der Klammer werden jeweils die Steigerungsraten zum Vorjahr angegeben. Quelle: bmfsfj, Aktiver Kinderschutz – Entwicklung und Perspektiven)

 

Dazu wurde auch eine vom Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Auftrag gegebene Expertise (Fegert u. a. 2008, Lernen aus problematischen Kinderschutzverläufen) erstellt, die die bekannt gewordenen Fälle von Kindesmisshandlungen und –vernachlässigungen untersucht hat und dabei folgende Muster herausstellen konnte:

* ca. ein Drittel der Kinder sind jünger als 1 Jahr,
* fast die Hälfte der Kinder (45 %) wurden vernachlässigt (4 % bis zum Tod),
* ein Viertel der Kinder wurde schwer misshandelt (9 % mit Todesfolge),
* die Täterinnen und Täter sind so gut wie immer die unmittelbaren, primären
Bezugspersonen des Kindes.

Um den Kinderschutz in Deutschland in den nächsten Jahren noch weiter zu intensivieren, soll das Kinderschutzgesetz „mehr Sicherheit und Klarheit für alle Verantwortlichen bringen“, indem „klare gesetzliche Regelungen zu folgenden Aspekten“ geschaffen werden sollen:
* gesetzliche Verankerung fachlicher Standards zur Wahrnehmung des Schutzauftrags im Jugendamt
* Sicherung der Weitergabe von Informationen beim Wohnortwechsel der Familie an das zuständige Jugendamt
* Befugnis für Berufsgeheimnisträgern (insbesondere Angehörige von Berufen im Gesundheitswesen) zur Weitergabe von Informationen an das Jugendamt bei Anhaltspunkten für eine Kindeswohlgefährdung

Auch das Projekt „Aus Fehlern lernen - Qualitätsmanagement im Kinderschutz“ soll dazu beitragen Lücken zu schließen und „gemeinsam mit den unterschiedlichen Akteuren im Kinderschutz – insbesondere Kinder- und Jugendhilfe und Gesundheitssystem, aber auch Schwangerschaftsberatung, Polizei, Justiz und anderen – empirische Grundlagen für die
Verbesserung des Kinderschutzsystems in Deutschland zu schaffen“. Dafür werden lokale Kinderschutzsysteme aus 42 bundesweiten Modellkommunen genauer angeschaut und „gemeinsam mit den Fachleuten vor Ort Qualitätskriterien entwickelt, um das örtliche Kinderschutzsystem zu optimieren“.


 Download Bericht des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend „Aktiver Kinderschutz – Entwicklung und Perspektiven“
Dateityp:pdf
Dateigröße:260.84 Kb
Dateiautor:Bericht des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend


Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (02.09.2009):
Bundeskabinett berät Bericht „Aktiver Kinderschutz - Entwicklung und Perspektiven“
http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/BMFSFJ/kinder-und-jugend,did=129784.html

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Pressemitteilung (02.09.2009):
Ursula von der Leyen: „Wir haben das Niveau des Kinderschutzes in Deutschland spürbar erhöht“
http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/BMFSFJ/Presse/pressemitteilungen,did=129780.html

weitere Informationen zum Thema Kinder- und Jugendschutz finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unter folgendem Link:
http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/BMFSFJ/Kinder-und-Jugend/kinder-und-jugendschutz,did=77058.html

 

 
Valid XHTML and CSS.