| 13. Kinder- und Jugendbericht: |
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| Dienstag, 11. August 2009 um 11:26 Uhr | |||||||||||
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„Mehr Chancen für gesundes Aufwachsen - Gesundheitsbezogene Prävention und Gesundheitsförderung in der Kinder- und Jugendhilfe“ Chancengleichheit für alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland zu schaffen, hat sich die Bundesregierung als Ziel gesetzt. Im 13. Kinder- und Jugendbericht steht: „Nur gute Rahmenbedingungen ermöglichen ein gerechtes und gesundes Aufwachsen - und zwar von Anfang an“. Unter dem Titel „Mehr Chancen für gesundes Aufwachsen“ widmet sich der im April 2009 erschienene 13. Kinder- und Jugendbericht dem Thema „Gesundheitsbezogene Prävention und Gesundheitsförderung in der Kinder- und Jugendhilfe“ und welche Leistungen die Kinder- und Jugendhilfe in diesem Bereich leistet, leisten kann und leisten soll. Der 13. Kinder- und Jugendbericht wurde im Auftrag der Bundesregierung unter der Leitung vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) durch eine interdisziplinär zusammengesetzte Kommission von Sachverständigen unter Vorsitz von Prof. Dr. Heiner Keupp erstellt. In jeder Legislaturperiode muss die Bundesregierung dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat einen Bericht über die Lage junger Menschen sowie über die Bestrebungen und Leistungen der Jugendhilfe vorlegen (gesetzl. verankert in §84 des Kinder- und Jugendhilfegesetztes KJHG/SGB VIII). „Neben Bestandsaufnahmen und Analysen sollen die Berichte insbesondere auch Vorschläge und Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Jugendhilfe enthalten.“ Zugrunde lag der Arbeit das Gesundheitsverständnis der WHO, welches Gesundheit beschreibt als „ein Zustand vollkommenen physischen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht bloß das Fehlen von Krankheit und Gebrechen“ und zudem Bezug nimmt auf die entsprechenden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. (Quelle: http://www.who.int/about/en/ englisch; http://www.euro.who.int/aboutwho?language=German) Der Bericht ist dabei in fünf Abschnitte gliedert: A. Ausgangslage: Gesellschaftliche Bedingungen des Aufwachsens und konzeptionelle Grundlagen das Berichts B. Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland C. Strukturen und Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe, Gesundheitssystem sowie Eingliederungshilfe und Rehabilitation D. Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe für junge Menschen im Bereich der Gesundheitsförderung und gesundheitsbezogenen Prävention E. Mehr Chancen für gesundes Aufwachsen: Empfehlungen und Leitlinien für den Beitrag der Kinder- und Jugendhilfe zu gesundheitsbezogener Prävention und Gesundheitsförderung Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass zwar in allen Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe genügend erkennbare Angebote zur gesundheitsbezogenen Prävention und Gesundheitsförderung zur Verfügung stehen, diese aber intensiver koordiniert und enger vernetzt werden müssen, um Familien besser zu unterstützen. Der 13. Kinder- und Jugendbericht unterstützt deshalb das Vorhaben der Bundesregierung zur engeren Verzahnung von Jugendhilfe, Sozialhilfe und Gesundheitswesen. Das System der „Frühe Hilfen“ ist gerade an dieser Schnittstelle von Gesundheitswesen, Kinder- und Jugendhilfe, Sozialhilfe aber auch Schwangerenberatung eine wichtige Unterstützung. „Mir ist wichtig, dass die Verantwortlichen miteinander kooperieren, damit Kinderschutz nicht dem Zufall überlassen bleibt“, sagte dazu der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Hermann Kues. Weitere Ergebnisse des 13. Kinder- und Jugendberichts: * Überwiegend zeitlich befristete Projektarbeit * Konzeptionelle Unschärfen * Formenvielfalt bei Angeboten * Implizit angelegte Förderung und Prävention weit verbreitet * Zu wenig Angebote für spezifisch belastete Kinder * Mangelnde Evaluation Um die Gesundheitsarbeit der Kinder- und Jugendarbeit zu verbessern, gibt der 13. Kinder- und Jugendbericht folgende Empfehlungen: * Fachliche Standards in der Gesundheitsförderung setzen * Gesundes Aufwachsen für alle ermöglichen * Spezielle Hilfe für Kinder kranker Eltern * Traumatisierte Kinder erkennen und unterstützen * Kooperation der Systeme verbessern * Gesundheitsrisiken für Heranwachsende im Schulalter stärker beachten * Mehr Unterstützung für junge (alleinerziehende) Mütter * Kinderschutz durch überregionale Vernetzung * Armut als Gesundheitsrisiko verringern Zusätzlich hat der Bericht 12 Leitlinien herausgearbeitet, an denen sich eine zukünftige Gesundheitspolitik orientieren sollte. 1. Stärkung der Lebenssouveränität 2. Gesellschaftsbezug 3. Lebenswelt- und Kontextbezug 4. Förderung positiver Entwicklungsbedingungen 5. Befähigungsgerechtigkeit 6. Bildungsgerechtigkeit 7. Inklusion 8. Achtsamer Körperbezug, kommunikativer Weltbezug, reflexiver Bezug 9. Lebensverlaufsperspektive 10. Interprofessionelle Vernetzung 11. Von einer Anbieter- zu einer Akteursperspektive 12. Gesundheitsförderung und Prävention als gesamtgesellschaftliche Aufgabe Um die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu verbessern, erklärt die Sachverständigenkommission folgende Maßnahmen als besonders dringlich in den kommenden fünf Jahren zu ergreifen: 1. Frühe Förderung der Entwicklung von Kindern 2. Ernährung und Bewegung 3. Sprache/Kommunikation 4. Schulbezogene Gesundheitsförderung 5. Psychosoziale Entwicklung im Jugend- und jungen Erwachsenenalter Die Kommission richtet sich mit diesen zu erreichenden Zielen nicht ausschließlich an die Bundesregierung allein, sondern an alle für die Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen Verantwortlichen. Als Voraussetzung zur Erreichung der genannten Ziele betont sie nochmals die Vernetzung aller Akteure sowohl auf der kommunalen Ebene als auch auf Landesebene zwischen der Kinder- und Jugendhilfe, dem Gesundheitswesen und den Eingliederungshilfen mit einer klaren Inklusionsperspektive. Den ausführlichen Bericht können Sie hier als pfd-Dokument downloaden:
Weitere Informationen zum 13. Kinder- und Jugendbericht:
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Download 13. Kinder- und Jugendbericht „Mehr Chancen für gesundes Aufwachsen - Gesundheitsbezogene Prävention und Gesundheitsförderung in der Kinder- und Jugendhilfe“