| Familienmonitor 2009 - eine Momentaufnahme |
|
|
| Montag, 10. August 2009 um 09:53 Uhr | |||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Der Familienmonitor 2009 wurde am 14. Juli von der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Ursula von der Leyen in Berlin vorgestellt. Die Umfrage zum Thema „Einstellungen und Lebensbedingungen von Familien“ wurde zum zweiten Mal in Folge vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beim Institut für Demoskopie Allensbach in Auftrag gegeben. Von Dezember 2008 bis Juni 2009 wurden 1786 Personen zu Bedingungen des Familienlebens in Deutschland befragt. Deutlich wird, dass der Familienmonitor auf eine Abfrage von subjektiven Wahrnehmungen zum Thema Familie und ihr Umgang mit der Wirtschaftskrise und ihre Vorstellungen von der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zielt. Der Familienmonitor fragt nach subjektiven Wahrnehmungen Folgende Frage wurde an Arbeiter, Angestellte und Selbstständige gestellt:
Folgende Antwortmöglichkeiten wurden angeboten: „spüre keine Auswirkungen" und „bereits betroffen", wobei das noch mal verschärft werden konnte und zwar mit „- und zwar: stark betroffen." Bei dieser Frage werden keine „harten“ Fakten erhoben, z.B. ob sie aufgrund der Finanzkrise weniger Einkommen erhalten, ihren Arbeitsplatz verloren haben oder ob sich ihre Arbeitszeit verkürzt hat. Sicherlich kann ein Verlust des Arbeitsplatzes für ihre Betroffenheit verantwortlich sein. Ebenso kann aber ein bloßes pessimistisches Gefühl ausschlaggebend für die Antwort sein. Ein differenziertes Bild, wer von der ökonomischen Krise tatsächlich betroffen ist, wird mit diesen Daten nicht geliefert. Erwähnenswert ist, dass sich fast 50% der Befragten im Juni 2009 nicht von der schlechten wirtschaftlichen Lage berührt fühlen! Väter sind stärker von der Finanzkrise betroffen – aber alleinerziehende Mütter leben prinzipiell in prekären Lebenslagen
In Sachsen-Anhalt z.B. sind 54% aller Alleinerziehenden armutsgefährdet, das bedeutet, sie haben weniger als 60% des Durchschnittseinkommens zur Verfügung (STATmagazin Juni 2009). Insgesamt verdienen Frauen weniger und arbeiten verstärkt in den Niedriglohnsektoren. Vor allem alleinerziehende Mütter erfahren prekäre Lebensverhältnisse und ringen permanent über die Sicherung ihres Einkommens. Die Finanzkrise mag in Hinblick auf diese Perspektive ihren Schrecken verlieren... Frauen bzw. Mütter als sichernde und stabile Erwerbstätige darzustellen geht vor allem an der Realität von alleinerziehenden Müttern vorbei. Familie und ihre Bedeutung in Gesellschaft – eine Frage von Perspektive und Relation
Eine geringere Differenz lässt sich zwischen Eltern und allen Befragten feststellen bei der Antwortmöglichkeit: „die Schaffung von Voraussetzungen, damit wieder mehr Kinder geboren werden, ist relevant.“ 37% aller Befragten und 43% der Eltern sahen diesen Aspekt als wichtig an.
Fazit über die Aussagekraft des Familienmonitors 2009 Fakt ist, dass die Umfrage mit knapp 1800 Personen durchgeführt wurde und dass sie damit nicht als repräsentatives Bild der Familienwirklichkeit gelten kann. Rechnerisch gesehen ist die Hochrechnung auf alle Familien in Deutschland und auf die gesamte Bevölkerung erstens nicht korrekt und zweitens spiegelt sie nicht die unterschiedlichen Formen von Familien wieder. Umfragen wie der Familienmonitor sind nicht als tatsächliches Spiegelbild von Einstellungen und Lebensbedingungen von Familien zu verstehen, sondern als kurze Momentaufnahme, als kleiner Ausschnitt eines großen Spektrums an Familienleben in Deutschland.
Die Ergebnisse der Umfrage sind sowohl vom BMFSFJ und als auch vom Allensbacher Institut jeweils als "Familienmonitor 2009" veröffentlicht worden. Beide Präsentationen beinhalten nur Auszüge aus der Umfrage. Der Hauptunterschied der Präsentationen liegt darin, dass in der Institutsversion die Fragen und die möglichen Antworten angegeben sind. Allerdings fehlt jede textuelle Interpretation bei dieser Version, es werden nur statistische Aufbereitungen präsentiert. Die Ministeriumsversion dagegen versucht die Ergebnisse im Hinblick auf junge Familien zu interpretieren und von der Familie ein situatives Bild abzuleiten.
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||



Download "Einstellungen und Lebensbedingungen von Familien 2009 - Monitor Familienforschung"