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Im neuen „Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme 2009“ legt die Bertelsmann Stiftung 16 aktualisierte Länderprofile vor und informiert über die Umsetzung der Bildungspläne, den Ausbau der Betreuungsangebote für unter Dreijähre und die Förderung der Qualitätsentwicklung in Kindertageseinrichtungen. Die Studie vergleicht das Angebot der Bundesländer an Kinderbetreuungsplätzen für unter Dreijährige hinsichtlich der Kriterien Teilhabe, Qualität und Investitionen.
Der Ländermonitor kommt dabei zu dem Ergebnis, dass der Ausbau der Bildungs- und Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren in Westdeutschland nur „schleppend“ vorangeht. „Insgesamt müssten die alten Bundesländer ihr bisheriges Ausbautempo verdoppeln, wollen sie, wie vom Kinderförderungsgesetz vorgesehen, bis zum Jahr 2013 Betreuungsplätze für 35 Prozent der unter Dreijährigen anbieten“. Im Jahr 2008 lag die Betreuungsquote für die unter Dreijährigen in Westdeutschland bei 12,2,Prozent. Bei gleich bleibendem Ausbautempo der vergangenen Jahre wird das Angebot im Jahr 2013 bei 22,8 Prozent liegen, so das Ländermonitoring.
Weitere wichtige Erkenntnis: „Die Bildungschancen kleiner Kinder hängen offenkundig auch davon ab, welche Art von Kitagruppe sie besuchen“, sagte Dr. Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. So gilt als wichtiges Kriterium für die Qualität der Bildungs- und Betreuungsarbeit der Personalschlüssel. Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt einen Schlüssel von 1 zu 3 für unter Dreijährige, d.h. eine Erzieherin kommt auf drei zu betreuende Kinder. Am meisten weichen geöffnete Kindergartengruppen mit einem bundesdurchschnittlichen Schlüssel von 1 zu 9,3 von dieser Empfehlung ab. In Westdeutschland (1 zu 9) besuchen immerhin fast ein Viertel der betreuten unter Dreijährigen diese Gruppenform, im Osten (1 zu 12,1) sind es lediglich sechs Prozent. Den vergleichsweise günstigsten Personalschlüssel von 1 zu 6 findet man in den Krippengruppen (im Osten 1 zu 6,5; im Westen 1 zu 5,2), die in Ostdeutschland von rund 55 Prozent der unter Dreijährigen besucht werden und in Westdeutschland von 23 Prozent. Mit einem durchschnittlichen Personalschlüssel von 1 zu 7,7 (Ost: 1 zu 9,4; West: 1 zu 6,9) liegt die Betreuung in jahrgangsübergreifenden Gruppen im Mittelfeld. Sie wird von 33 Prozent im Osten und von 44 Prozent im Westen der unter Dreijährigen besucht.
Die Untersuchung des Kriteriums „Teilhabe von Ein- und Zweijährigen an der Kinderbetreuung“ bringt eine enorme Schwankung im Bundesländervergleich hervor. Zwischen sieben Prozent in Niedersachsen und 65 Prozent in Sachsen-Anhalt liegt die Teilhabequote der Einjährigen. Bei den Zweijährigen bewegt sie sich zwischen 86 Prozent in Sachsen-Anhalt und 19 Prozent in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.
Auch bei den Investitionen in frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung gibt es deutliche Ost-West-Unterschiede zu verzeichnen. Hier investieren die Länder pro Kind unter zehn Jahren zwischen 1.100 € in Niedersachsen und 2.400 € in Sachsen.
ausführliche Informationen finden Sie auf den Seiten der Bertelsmann Stiftung:
http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xchg/SID-798F105E-5E268299/bst/hs.xsl/nachrichten_96475.htm
http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xchg/SID-D5484A71-41169B82/bst/hs.xsl/93540_93550.htm
Der vollständige „Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme 2009. Transparenz schaffen - Governance stärken“ erscheint im Oktober 2009 (ISBN 978-3-86793-036-9) und ist ebenfalls ab Herbst 2009 online verfügbar.
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