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Montag, 04. Mai 2009 um 13:49 Uhr

Bildung als Programm für Kindertageseinrichtungen in Sachsen - Anhalt

Als Antwort auf die vielseitigen und weit reichenden Diskussionen um den so genannten „Pisa-Schock“ veröffentlichte das Sozialministerium des Landes Sachsen-Anhalt 2004 das Bildungsprogramm für Kindertageseinrichtungen in Sachsen-Anhalt als verbindliche Arbeitsgrundlage für ErzieherInnen. Damit wurde von der Martin-Luther-Universität in Zusammenarbeit mit PraxisvertreterInnen ein Grundstein zur Qualitätssicherung der Kindertageseinrichtungen und zur Professionalisierung des ErzieherInnen-Berufs im Land Sachsen-Anhalt entwickelt.

"Bildung als Programm für Kindertageseinrichtungen in Sachsen - Anhalt" bezieht sich auf alle Altersgruppen und berücksichtigt den Übergang in die Grundschule. Es beschreibt das zugrundeliegende Verständnis von Bildung als aktive, eigensinnige Aneignungstätigkeit von Kindern, die von Erwachsenen angeregt, begleitet und gefördert wird. Das Programm beschreibt grundlegende Prinzipien für die Bildungspraxis in Kindertageseinrichtungen und benennt wesentliche Bildungsbereiche, in denen jedes Kind in einer Kindertageseinrichtung Erfahrungen machen soll.
Das Programm orientiert sich an internationalen Erfahrungen mit vorschulischen Bildungsprogrammen. Bildung als Programm für Kindertageseinrichtungen in Sachsen - Anhalt beinhaltet fünf grundlegende Prinzipien:
  • 1. elementare Bildung
    Ist Bildung in Kindertageseinrichtungen, die die Ganzheitlichkeit der Persönlichkeitsentwicklung jedes Kindes zum Ziel hat. Für die Förderung und Unterstützung der Selbstbildungspotentiale der Kinder sind verlässliche Beziehungen, die Bereitstellung einer anregenden Umgebung, die Vielfältigkeit der Angebote, und die Erschließung neuer Erfahrungen mit Menschen, Dingen und Phänomenen der Welt von größter Bedeutung. Elementare Bildung fördert zuerst die Eigenaktivitäten der Kinder und unterstützt diese bei der Erweiterung ihrer Kompetenzen. Schlüsselkompetenzen sind insbesondere Personale-, Soziale-, Sach- und lernmethodische Kompetenzen.
  • 2. Bildung von Anfang an
    Dieses Grundprinzip verdeutlicht Bildung als ein lebenslangen Prozess, der nicht in Altersstufen verläuft oder an bestimmte Bildungsinstitutionen gebunden ist, sondern mit der Geburt beginnt
  • 3. Partizipation
    Zielt als Grundprinzip des Programms darauf ab, dass die gesellschaftliche Teilhabe in einer modernen Wissensgesellschaft wesentlich mit gleichen Bildungschancen für alle Kinder verbunden ist. Durch Partizipation lernen Kinder für sich und andere Verantwortung zu übernehmen und entwickeln so ein für die Gesellschaft wertvolles Demokratieverständnis.
  • 4. Diversität und Integration
    Sind Bildungsressourcen, die in diesem Programm ein hohen Stellenwert haben. Dabei ist es von Bedeutung die besonderen Bedürfnisse von Kindern mit unterschiedlichem sozialen und kulturellem Hintergrund, mit Migrationserfahrungen, Behinderungen, aber auch besondere Begabungen wahrzunehmen.
  • 5. Kontextorientierung
    Meint auch das Lernen außerhalb der Kindertageseinrichtung. Elementare Bildung knüpft an Lebenswelten, an Lebensgeschichten und Beziehungswelten der Kinder an und erweitert diese durch Erfahrungen, Erlebnisse und Beziehungen in ihrem sozialen Umfeld.

 

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Dateiautor:bildung:elementar

 
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