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Die Bildungsmöglichkeiten kleiner Kinder hängen in Deutschland ganz stark von dem Ort ab, an dem sie aufwachsen, so Anette Stein, Leiterin des Bereichs Frühkindlicher Bildung bei der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh. Dies geht aus dem neu erschienenen „Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme“ der Bertelsmann Stiftung hervor. Zum ersten Mal wurde in einer Studie die Lage der frühen Bildung und Betreuung in allen 16 Bundesländern untersucht. Fazit der Untersuchung: Während im Osten des Landes mehr in die Qualität des pädagogischen Fachpersonals investiert werden muss, muss der Westen mehr an der Quantität von Betreuungsplätzen arbeiten.
Anliegen des Länderreports ist es, mehr Transparenz in den derzeit noch völlig unübersichtlichen Bereich der frühkindlichen Bildung zu bringen. Um eine Vergleichbarkeit erreichen zu können, bezieht sich die Untersuchung auf drei Schwerpunkte: Teilhabe, Investitionen und Qualität der Bildung. Das Ergebnis zeigt, kein Bundesland ist in allen drei Untersuchungsbereichen im Spitzenfeld angesiedelt. Allen Bundesländern ist gemein, dass sie sowohl Stärken als auch Entwicklungsbedarfe haben. Erschreckend, dass trotz Rechtsanspruch, die Versorgung mit Betreuungsplätzen für 3-Jährige teilweise noch so schlecht ist. So beispielsweise in Niedersachen und Schleswig-Holstein mit einer Teilhabequote von unter 70%. Hingegen liegen die ostdeutschen Bundesländer mit einer Teilhabequote von über 90% ganz klar vorn. Bei der Versorgung mit Betreuungsplätzen für unter 3-Jährige liegt z.B. Sachsen-Anhalt mit überdurchschnittlichen Werten im Spitzenfeld. Hier hat jedes Kind ab Geburt einen elternunabhängigen Rechtsanspruch. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass in Sachsen-Anhalt schon 10% der Kinder unter 1 Jahr eine Einrichtung besuchen, etwa 60% der 1-Jährigen und 94% der 3-Jährigen. Entwicklungsbedürftig ist hier die Qualität in den Einrichtungen, so die Studie. Darum können sich weder die neuen Bundesländer auf den guten quantitativen Ergebnissen ausruhen, noch die die alten Bundesländer mit einer vergleichsweise guten pädagogischen Qualität der Einrichtungen, von denen jedoch nur wenige Kinder profitieren können. Große Unterschiede zeigen sich auch in den Ergebnissen im Bereich „Investitionen“. Die Ausgaben für die Bildung und Betreuung pro Kind unter 10 Jahren schwanken in den Bundesländern zwischen 1000 und 3000 Euro. Der Bereich der Qualitätsentwicklung lässt erkennen, dass in jedem Bundesland Bemühungen und Tendenzen existieren, Qualitätsstandards zu entwickeln; es besteht jedoch noch ein großer Bedarf diese dann einheitlich zu definieren und zu evaluieren. http://www.zeit.de/ Der Kita-Report Zeit Online vom 05.06.08 Bestellformular "Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme 2008" Sachsen-Anhalt: "Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme 2008 - Sachsen-Anhalt" lesen Sie weitere Pressemitteilungen zu diesem Thema: Anlässlich der aktuellen Ergebnisse der Bertelsmann-Studie "Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme 2008" unterstreichen Sachsen-Anhalts Grüne die Notwendigkeit, die pädagogische Qualität in Kindertageseinrichtungen sowie die Quantität von Fachpersonal zu verbessern. Claudia Dalbert, bildungspolitische Sprecherin der Grünen, betonte "Kinderkrippen und Kindergärten sind nicht Verwahranstalten, sondern Bildungseinrichtungen, die in entscheidender Weise zum Bildungserfolg der Kinder beitragen". An den Hochschulen des Landes sollten sowohl eigenständige als auch aufbauende, berufsbegleitende Studiengänge zur Ausbildung von Frühpädagogen eingerichtet werden, um so einen "guten Personalmix" in der Kinderbetreuung zu erreichen, so die Grünen. In Sachsen-Anhalt werden im Durchschnitt sieben Kinder (im Alter von unter 3 Jahren) von einer Erzieherin betreut. Die Empfehlung der Bertelsmann-Stiftung lautet 3-4 Kinder dieses Alters pro Erzieher/in. Mit dem gegenwärtigen Personalschlüssel bildet Sachsen-Anhalt gemeinsam mit Brandenburg, Hamburg, Sachsen und Thüringen das Schlusslicht. Im Spitzenfeld liegt Sachsen-Anhalt im bundesdeutschen Vergleich bei der Bereitstellung von Betreuungsplätzen für Kinder unter 3 Jahren im Spitzenfeld. Fast 50 % aller Kinder unter 3 Jahren besuchen nach Angaben eine Kinderbetreuungseinrichtung http://www.mz.de/ Grüne fordern besseres Personal Mitteldeutsche Zeitung vom 09.06.08 Fast jedes zweite Kind in Sachsen-Anhalt unter drei Jahren wird nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Wiesbaden in einer Kindertageseinrichtung betreut. Damit hat Sachsen-Anhalt im Vergleich zu allen Bundesländern die höchste Betreuungsquote der unter 3-Jährigen, gefolgt von Brandenburg (38,1%) und Thüringen (36,3%). In einigen westdeutschen Bundesländern erreicht die Betreuungsquote der unter 3-Jährigen mancherorts gerade die 1%-Marke. Als Ursache für diese gravierenden Unterschiede wird der in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelte Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz gesehen. In Sachsen-Anhalt besteht bereits ab der Geburt des Kindes für die Eltern ein Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindertageseinrichtung. http://www.mz.de/ Jedes zweite Kind unter drei Jahren wird betreut Mitteldeutsche Zeitung vom 08.05.08 Erstmals wurde in Deutschland das System der frühkindlichen Bildung und Betreuung in allen 16 Bundesländern unter die Lupe genommen. Die Frühkindlichen Bildungssysteme der Bundesländer wurden im Hinblick auf "Teilhabe", "Investitionen" und "Qualität der Bildung" untersucht. Ergebnis: es gibt große Schwankungen im gesamten Bundegebiet bezüglich der Qualität und Quantität von Einrichtungen. Während im Westen die Erzieher-Kind-Relation in den Einrichtungen überzeugt, stehen im Osten deutlich mehr Betreuungsplätze zur Verfügung. Fazit: "die Bildungschancen für kleine Kinder hängen sehr stark davon ab, in welchem Bundesland sie geboren werden", so Dr. Johannes Meier, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. http://www.bertelsmann-stiftung.de Größere Qualität im Westen – bessere Teilhabe im Osten Pressemitteilung der Bertelsmann Stiftung vom 05.06.08 |