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Bildungsgipfel 2008 Drucken E-Mail
Dienstag, 28. Oktober 2008 um 09:28 Uhr

Vor knapp einer Woche trafen sich die Ministerpräsidenten von Bund und Ländern beim Bildungsgipfel in Dresden, um sich auf eine Verbesserung des deutschen Aus- und Weiterbildungssystems zu einigen.
Bildung, so Bundeskanzlerin Merkel, ist "der Schlüssel für Wohlstand im 21. Jahrhundert". Mit der bereits gestarteten Qualifizierungsinitiative soll vor allem der Zugang zu Bildung für alle erleichtert werden.

So bestand ein klarer Konsens zwischen Bund und Ländern, bis 2015 rund zehn Prozent des Bruttoinlandproduktes in Forschung (3%) und Bildung (7%) zu investieren.
Um die Bildungschancen für Kinder unter sechs Jahren zu verbessern, einigten sich Bund und Länder auf eine Verknüpfung von frühkindlicher Bildung und Betreuung. Geplante Maßnahmen:

  • Fortbildungsinitiative für 80.000 ErzieherInnen sowie Tagesmüttern- und Vätern, um die Qualität des Betreuungspersonals in Kindertageseinrichtungen zu steigern.
  • Ziel ist es ebenfalls, in die frühpädagogische Forschung zu investieren.
  • Ergänzend zur Verbesserung der Qualität im frühkindlichen Bereich sollen bis 2013 vor allem die zur Verfügung stehenden Bertreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren auf 35% ausgebaut werden. Diesen Ausbau finanzieren Bund. Länder und Kommunen bis 2013 mit rund zwölf Milliarden Euro. Ab 2014 wird der Bund den Ländern jährlich mindestens 770 Milliarden Euro als Zuschuss zu den Betriebskosten geben.
  • Gleichzeitig setzt die Qualifizierungsinitiative verstärkt auf eine frühe Sprachförderung der Kinder mit deutsch als Mutter- oder als Zweitsprache. Dafür schaffen die Länder bis 2010 Voraussetzungen für verbindliche Sprachtests vor der Einschulung.
  • Mit der Einrichtung von sogenannten "Bildungshäusern" will das Programm den Übergang von Kita zur Schule fließender gestalten. Dazu entstehen derzeit in einigen Bundesländern erste "Bildungshäuser", als Orte für gemeinsames Lernen von Drei- bis Zehnjährigen, die den unterschiedlichen Lerntempi der Kinder gerecht werden sollen.
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) bezeichnete den Bildungsgipfel in Dresden als "großen Fortschritt". Er betonte die positive Verständigung auf konkrete Ziele vor allem beim Ausbau des Bildungsauftrages für Kindergärten.
Kritische Stimmen zu den Ergebnissen des Bildungsgipfels, wie Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) bemängeln, dass sich Bund und Länder nicht darauf einigen konnten, die Kosten für ein kostenloses Mittagessen für Kinder arbeitsloser Eltern zu übernehmen. Auch über Sinn bzw. Unsinn von Studiengebühren und somit über eine eventuelle Abschaffung derer, konnten SPD und CDU keine Einigung erzielen. Als ein "Gipfel der Unverbindlichkeiten" bezeichnet Ulrich Thöne, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) das Dresdener Treffen.

Flyer Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung

Mehr Bildungschancen für Kinder unter sechs Jahren
Bundesministerium für Bildung und Forschung

Lesen Sie mehr dazu:

Gipfel-Einigung - Milliarden für Forschung und Bildung
Zeit online (27.10.2008)

Nebel auf dem Bildungsgipfel
Bildungsklick.de (27.10.2008)

Bildungsgipfel - Was bleibt ist Streit ums Geld
Zeit online (23.10.2008)

Merkels Bildungspolitik ist tot
GEW (22.10.2008)

Die Ergebnisse des Bildungsgipfels
MZ (22.10.2008)

 
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