Rezension: Dipl.-Päd. Franziska Jaschinsky, Hanka Rieschel
Wie viel Mutter braucht das Kind?
(Der Spiegel / 25.02.08)

In einem Artikel des Magazins „Der Spiegel“ vom 25. Februar 2008 reagieren die Autoren auf die kürzlich erneut entfachte Debatte um die Krippenbetreuung. Die Frage „Wie viel Mutter braucht das Kind?“ wird wieder heiß diskutiert seit dem Bundesfamilienministerin von der Leyen verkündete, dass bis zum Jahr 2013 bundesweit 500.000 neue Betreuungsplätze für unter dreijährige geschaffen werden sollen. Nun spalten sich erneut die Lager in Krippengegner- und Befürworter, was sich auch auf der politischen Ebene wieder spiegelt. Die Konservativen wollen am alten Rollenbild der Vollzeitmutter festhalten und planen ab 2013 ein Betreuungsgeld einzuführen für Eltern, die ihre Kinder zuhause betreuen wollen. Menschen wie Christa Müller, Ehefrau von Oskar Lafontaine und Mutter eines 11jährigen Sohnes plädieren für eine Erziehung durch die Mutter im eigenen zuhause. „Dein Kind will Dich!“ lautet ihre Botschaft und sie vertritt die Meinung, Krippenbetreuung führe zu seelischen Verletzungen beim Kind.

Fachbeitrag zum Fachthema "Unter Dreijährige"
PDF-DokumentWie viel Mutter braucht das Kind? - Rezension zur erneut entfachten Debatte
um die Krippenbetreuung (0,08 MB)

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Literaturhinweise  
PDF-DokumentAhnert, Lieselotte (Hrsg.):
Frühe Bindung: Entstehung und Entwicklung
Ernst Reinhardt Verlag, 2004
ISBN 3-497-01723-X
PDF-DokumentAhnert, Lieselotte:
Tagesbetreuung für Kinder unter drei Jahren: Theorien und Tatsachen
Hans Huber Verlag, 1998
ISBN: 3-45683-083-1
PDF-DokumentGrossmann, Klaus E./ Grossmann, Karin:
Bindung und menschliche Entwicklung
Klett-Cotta Verlag, 2003
ISBN: 3-60894-321-8
PDF-DokumentKeller, Heidi:
Handbuch der Kleinkindforschung
Huber Verlag, 2002
ISBN: 3-45683-829-8
PDF-DokumentVinken, Barbara:
Die deutsche Mutter: der lange Schatten eines Mythos
Piper Verlag, 2001
ISBN: 3-49203-861-1
PDF-DokumentWüstenberg, Wiebke; Riemann, Ilka:
Die Kindergartengruppe für Kinder ab einem Jahr öffnen? Eine empirische Studie.
Fachhochschulverlag Frankfurt a.M.
ISBN: 3-93606-523-3

 


Studie der Bertelsmann-Stiftung
Volkswirtschaftlicher Nutzen von frühkindlicher Bildung in Deutschland
Eine ökonomische Bewertung langfristiger Bildungseffekte bei Krippenkindern

Das Büro für Arbeits- und Sozialpolitische Studien (BASS) untersuchte im Auftrag der Bertelsmann Stiftung welchen Einfluss der Besuch frühkindlicher Bildungs- und Betreuungsangebote von unter Dreijährigen auf den späteren Schulbesuch und längerfristig auf die zu erwartenden Lebenseinkommen hat. Erforscht wurden die Geburtsjahrgänge 1990 bis 1995 von in Deutschland geborenen Kindern.
Ein innerhalb der Studie generiertes Zukunftsszenario ergibt, dass der deutschen Volkswirtschaft ab 2009 eine Nettosumme von insgesamt 12,6 Milliarden Euro entgeht, weil nicht ausreichend Krippenplätze während des Untersuchungszeitraums zur Verfügung standen. Dies erklärt sich dadurch, dass ein Gymnasialabschluss die Wahrscheinlichkeit erhöht, ein höheres Lebenseinkommen zu erzielen. Kinder, die eine Krippe besucht haben, gehen mit einer 50prozentigen Wahrscheinlichkeit auf ein Gymnasium. Kinder, die keine Betreuung in einer Krippe erfahren, besuchen  später lediglich zu 36 Prozent ein Gymnasium. Besonders deutlich profitieren Kinder mit Migrationshintergrund oder Kinder aus Elternhäusern mit geringer Bildung von einer frühen Betreuung in der Krippe. Von diesen so genannten benachteiligten Kindern gehen später 2 von 3 Kindern auf ein Gymnasium.
Man darf gespannt sein, welchen Einfluss diese Ergebnisse auf die kürzlich wieder entfachte Krippendiskussion nehmen.

Die Studie mit den ausführlichen Ergebnissen:

PDF-DokumentVolkswirtschaftlicher Nutzen von frühkindlicher Bildung in Deutschland
Eine ökonomische Bewertung langfristiger Bildungseffekte bei Krippenkindern