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Home Fachthemen Männer in Kitas 2. Bundesweiter Fachtag für MÄNNER IN KITAS:
2. Bundesweiter Fachtag für MÄNNER IN KITAS: Drucken E-Mail
Freitag, 06. November 2009 um 17:33 Uhr

  Ein Rückblick

Am 23.und 24. Oktober 2009 stand an der Fachhochschule Hannover das Thema „Männer in Kindertagesstätten“ im Mittelpunkt.

Die ca. 200 Tagungsteilnehmer: Fachschulleiter, Auszubildende, Fachkräfte, Wissenschaftler, Studenten, etc. setzten sich – für dieses Arbeitsfeld äußerst ungewöhnlich zu knapp 100% aus Männern zusammen und unterstrichen damit eindrücklich, dass „Männer in Kitas“ ein wichtiges Thema, auch für die bereits in Kitas „angekommenen“ Männer, ist.

Debattiert, diskutiert und reflektiert wurden Erfahrungen, Ansichten sowie emotionale Befindlichkeiten der Männer im Bildungswesen, der Männer im Erziehungswesen, aber vor allem, der Männer unter Frauen.
Strukturiert wurde die Tagung durch zwei elementare Pfeiler. Zum einen Fachvorträge und zum anderen interessengebundene Workshops.

Der bundesweite Fachtag bot bereits im Einstieg der Fachvorträge, interessantes Wissen über die deutschen Verhältnisse des männlichen Personals im Erziehungswesen.

Diese wurden von Tim Rohrmann in den europäischen Kontext gestellt, sein Bericht aus Erfahrungen in der langjährigen Entwicklung von Konzepten und deren Umsetzung in „Leuchtturmprojekten“, zeigte zugleich mögliche Perspektiven auf.
Melitta Walter und Wolfgang Englert gaben im Zuge der Fachtagung Vorträge über die „Rechte von Kindern“ (gerade über das Recht, ein aufgeschlagenes Knie zu haben) oder die Möglichkeiten die „Männerquote“ in Kindertagesstätten (am Beispiel Frankfurt/Main) zu erhöhen, während Holger Brandes auf eine „Kampagne gegen partnerschaftliche Erziehung“ reagierte, die in der populären Literatur gerade großen Anklang findet. An dieser Stelle sei gesagt, dass man  nicht alles glauben darf, was man liest – und mit aller Deutlichkeit gesprochen, diese Art von Erziehungskonzepten kritisch zu hinterfragen.


Den anderen Pfeiler der Fachtagung bildeten die thematischen Workshops.
Sie dienten offenkundig dem Besprechen von alltäglichen, wie grundlegenden Problemen und wurden im Austausch zwischen den Männern diskutiert. Männer, die in den städtischen Kitas nicht einmal 9% ausmachen (absolut 3%), sind zweifelsohne unterrepräsentiert und  haben nur in seltenen Fällen männliche Kollegen an ihrer Seite.
Exemplarisch arbeiteten daran die Workshops „Erzieher, ein Beruf für Männer?“ und „Allein unter Frauen? Als Mann im Kitateam“.


Im ersten Workshop, moderiert durch ein Innsbrucker Zweiergespann, dass sich wissenschaftlich, gemeinsam mit Tim Rohrmann, mit dem Thema „Männer in Kitas“ an der Universität Innsbruck auseinandersetzt, sollte es sich um Status- und Rollenzuweisungen drehen. Mit Fragen, wie: „Wie kam es, dass ich diesen Beruf wählte?“ oder „Was macht einen Beruf zu einem Frauenberuf?“, wurden die Beteiligten aufgefordert, reflexiv über sich und ihre Stellung im Erziehungswesen nachzudenken und sich darüber zu verständigen. Rollenbilder und Klischees wurden fokussiert hinterfragt, rekonstruiert und auf ihre gesellschaftliche Legitimität hin „untersucht“. Das Ergebnis dieser gut zwei stündigen Diskussion fand ihren befriedigenden Abschluss in der Erkenntnis, dass Rollenvorstellungen, die viele Jahrhunderte galten, nicht mehr per se durchsetzbar sind und sich (auch) Männer für die Erziehung ihrer/ der Kinder zuständig zu fühlen haben.

Der zweite Workshop, vom Titel recht ähnlich, vom Ablauf und vom Inhalt jedoch andere Akzente suchte, begab sich auf einen für Männer (manchmal) steinigen Weg. Emotionen – genauer, der Erfahrungsaustausch über die erlebten Emotionen in Kindertagesstätten, die durch den Umgang mit den, meist ausschließlich, weiblichen Mitarbeiterinnen erlebt und verarbeitet werden müssen. „Verarbeitet“ klingt in diesem Fall so gewichtig, wie es gemeint ist. Einhellig wurde erkannt, dass es manchmal nur an einem anderen Mann fehlt, um seinem „Alleinsein“ in der weiblich dominierten Kommunikation zu begegnen.
Festhalten lässt sich, dass man sich eben nicht allein (gelassen), unter Frauen, fühlt, sondern manchmal nur im Wertehorizont und in Wahrnehmungen einen männlichen Gesprächspartner bräuchte. Ein Grund mehr „Männer in Kitas“ zu integrieren.

Beschlossen wurde die Fachtagung mit dem Wissen, dass bereits viele Räder in Bewegung sind, z.B., dass es einen Anstieg des männlichen Fachpersonals seit der ersten Fachtagung in Dresden (2007) gab und sich insgesamt viel verändert hat. Der noch längst nicht zu Ende diskutierten Brisanz der Thematik „Männer in Kitas“ wird mit der Zuversicht gegenübergetreten, dass sich bis zur Fachtagung in Köln (2011) weiterhin vieles Bewegen wird.
„Vieles Bewegen“ heißt es schließlich auch, wenn der von der EU bereits 1996 angestrebte Männeranteil von 20% in der KiTa erreicht werden will.
                                                                                                  
Nurdin Thielemann
Institut bildung:elementar;  Sachsen-Anhalt

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Dateiautor:Nurdin Thielemann

Weiterführende Links:
http://www.männerinkitas.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=39&Itemid=25

http://www.kindergartenpaedagogik.de/1349.pdf

http://www.neue-wege-fuer-jungs.de/Aktuelles/kita-appell

 
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